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Der "Halbenstein" ist Namensgeber
des Ortes Halmstein.

Ein beliebter Rastplatz für groß und klein

Umgebung von Halmstein

Halbenstein

Geschichten und Sagen über die Entstehung des "Halbensteins"

Nur als kleiner Weiler, einsam auf einem Höhenzug hoch über dem Inntal gelegen, präsentiert sich der Ort Halmstein bei Malching dem Betrachter. Trotz seiner Abgeschiedenheit ist dieser kleine Ort im weiten Umkreis durch ein Naturdenkmal sonderbarer Art bekannt, durch einen riesigen Quarzblock, der am Waldrand südlich der Ortsflur in einem Ausmaß von mehreren Metern Höhe und Breite schräg aus dem Boden ragt. "Halbenstein" (halber Stein) nennt man dieses Felsgebilde, weil ja nur die Hälfte dieses Blocks sichtbar aus dem Waldboden aufragt, die andere Hälfte dagegen im Erdreich steckt.


Schon immer wurde nach einer Erklärung für die Herkunft dieses wuchtigen Felsblocks gesucht. So hat man seine Entstehung schließlich himmlischen oder höllischen Kräften zugeschrieben. In zwei Sagen, die auch heute beim Volke noch in Erinnerung sind, wird die Herkunft des Felsblocks legendär zu deuten versucht.


Die Bewohner des kleinen Weilers waren von jeher stolz auf ihr Wahrzeichen, den "Halbenstein". Um die Jahrhundertwende erstellte man auf der Oberfläche des mehrere Meter hohen Felsens sogar ein Sommerhäuschen. Gerne versammelten sich hier die Bewohner an sonnigen Sonn- und Feiertagen zu einem Plauderstündchen. Auch heute noch wird dieser eiszeitliche Steinriese von zahlreichen Wanderern und Spaziergängern aufgesucht und bewundert.

Erste Sage

Die eine berichtet von einem Halmsteiner Bauernknecht, der sich auf der Heimfahrt von der Schranne mit seinem Pferdefuhrwerk verspätete. Als er von der Hofmark Malching in den Wald am Eichberg einbog, war es bereits stockdunkel. Der Irgl, so hieß der Knecht, hatte keine Laterne bei sich, deshalb bekam er es mit der Angst zu tun. "Wenn mir nur wer leuchten tät, wenigstens durch den Wald! Heilige Muttergottes, alle Heiligen, stehts mir bei, dass mir nix passiert und ich gut heimkomm", jammerte der Irgl in einem fort. Plötzlich schwebte wie durch ein Wunder über dem linken Zugpferd ein Licht, das ihm den Weg taghell beleuchtete. Alle Furcht war ihm genommen. Als er den dunklen Wald hinter sich hatte, meinte der Irgl, er brauche jetzt das Licht nicht mehr, finde auch ohne Licht heim. Sprachs, und im selben Augenblick schwebte das Lichtlein schnurstracks davon. Bevor es aber in Richtung Halmstein verschwand, gab es einen furchtbaren Krach, so dass es dem Irgl schien, als sei der ganze Eichberg zusammengestürzt. Ganz außer sich und voller Schrecken kam er am Hof an, Aber er hatte keine ruhige Nacht. Am anderen Tag stieg er schon in aller Frühe auf jene Anhöhe, wo das Lichtlein verschwand. Er fand dort einen riesigen Felsblock vor, der zur Hälfte im Boden steckte und mit der anderen Hälfte wie mahnend schräg zum Himmel ragte. Der Irgl, so erzählte man sich später, habe vergessen, dem hilfreichen Licht "Vergelts Gott" zu sagen für seinen Dienst, und so habe ihm der Herrgott diesen Stein als Mahnung zur Erde geschickt.

Zweite Sage

Eine andere Sage berichtet vom Teufel, dem das nahegelegene Wallfahrtskirchlein St. Anna bei Ering ein Dorn im Auge war. Mit einem riesigen Stein, den er über St. Anna fallen lassen wollte, habe er das Kirchlein treffen wollen, um es zu vernichten. Als er mit dem Felsblock gerade über Halmstein schwebte, erklang das Taganläuten. Da war seine Macht gebrochen und er musste unverrichteter Dinge abziehen. Voller Wut ließ er aber den Stein noch fallen an der Stelle, wo der Glockenton erklang. Dort liegt er auch heute noch, halb im Boden steckend, halb herausragend.

Entstehung während der Eiszeit

Das aus Quarzschotter bestehende Felsgebilde ist während und nach der Eiszeit entstanden. Während der Eiszeit wurde auch in dieser Gegend -von den Alpen her- immer wieder Geröll und Quarzschotter abgelagert. Die Verfrachtung besorgten die Gletscherschmelzwasser, die damals noch das heutige Inntal ausfüllten.

Später, als dieser Meeresarm einen Abfluß fand und zum Fluß (Inn) wurde, der sich durch die reißenden Wasser ein immer tieferes Bett grub, wurden die mit Quarzschotter bedeckten Hochflächen allmählich freigelegt. Unter Einfluß eines tropischen Klimas nach der Eiszeit und durch Kalk und kieselsäurehaltige Wasserablagerungen erhärteten diese Schichten im Laufe der Zeit und wuchsen zusammen.

 Durch das auf natürliche Art nun immer tiefer eingeschnittete Innflussbett bekamen auch die in den Inn mündenden Seitenbäche mehr und mehr Gefälle und gruben sich mit der Zeit ebenfalls tiefer ein. Sie unterhöhlten dabei die zusammengewachsenen Konglomeratschichten, bis diese dann durch Frost und andere Witterungseinflüsse zerbarsten und auseinanderbrachen. Diese zertrümmerten Reste sind als Quarzblöcke heute noch sehr zahlreich in unseren Wäldern vorhanden, vielfach schlummern auf den Höhen unter dicken Humusschichten noch immer großflächig zusammenhängende Quarzplatten im Erdboden.

Auch das eigenartige Felsengebilde in Halmstein dürfte so ein Überrest einer zertrümmerten Konglomeratplatte sein. Es ist anzunehmen, dass der Block mindestens gut zur Hälfte noch im Boden steckt und so die Schrägstellung halten kann.